Gewalt an Schulen – Lehrerpräsident fordert mehr Transparenz

veröffentlicht am 27. Dezember 2025

Die Zunahme von Angriffen auf Lehrkräfte sorgt für Forderungen nach Konsequenzen. „Wir brauchen bei den Bezirksregierungen eine Stelle, an die Lehrkräfte sich vertraulich wenden können“, forderte Andreas Bartsch, Präsident des Lehrerverbandes NRW. „Jeder Fall sollte bei der Bezirksregierung registriert werden.“ Laut dem aktuellen Lagebild der Polizei zur Jugendkriminalität im Land gab es im vergangenen Jahr gut 33 Prozent mehr solcher Attacken als im Jahr davor: 837 Lehrerinnen und Lehrer wurden an ihren Schulen angegriffen, 2023 waren es 628. „Damit setzt sich der steigende Trend der Vorjahre fort“, hieß es aus dem Landesinnenministerium.

Bildungsministerin Dorothee Feller (CDU) teilte nach Bekanntwerden der Zahlen mit, man habe „das Thema fest im Blick“. „Hier darf es keine falsch verstandene Toleranz geben“, forderte sie. „Wir ermutigen Lehrkräfte ausdrücklich, nicht nur die Prävention weiter zu stärken, sondern bei Gewaltvorfällen auch konsequent einzuschreiten und die vorgesehenen Ordnungsmaßnahmen strikt anzuwenden.“ (…)

Lehrerpräsident Andreas Bartsch hingegen ist davon überzeugt, dass das bisher nicht wirklich klappt: Seiner Einschätzung nach ist die Dunkelziffer nach wie vor riesig. „Jeder Lehrer wird erstmal versuchen, ein Problem selber zu regeln, und wenn es ihm nicht gelingt, ist das schon ein großer Schritt, zum Schulleiter zu gehen“, begründete er. Denn seiner Erfahrung nach stoßen Kollegen auf diesem Weg an emotionale Hürden und auf Bedenken. Unter anderem auf die Frage: „Ist das gut für unsere Schule, wenn solche Dinge nach außen dringen?“ (…)

Auch Lehrervertreter Andreas Bartsch betonte die Verantwortung der Erziehungsberechtigten. „Eigentlich lernt man das zu Hause: Wie geht man miteinander um, wo sind Grenzen? Und da haben wir ein Problem“, lautete seine Analyse.

Die Familien sind seiner Meinung nach ebenso gefragt, wenn es darum geht, den Social-Media-Konsum junger Leute einzuhegen. Denn der gehöre sicher zu den Ursachen für problematisches Verhalten. „Tiktok und all diese Dinge tun unseren Kindern nicht gut“, befand Bartsch. Die Schulen gäben sich jetzt Regeln, die die Handy-Nutzung der jungen Menschen eindämmen. Nach Schulschluss müssten sich aber die Eltern darum kümmern.“
Der gesamte Beitrag ist am Samstag, 27. Dezember 2025, in der Rheinischen Post erschienen.
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