NRW darf bei Gewalt gegen Lehrkräfte nicht hinterherlaufen

veröffentlicht am 13. April 2026

NRWL-Präsident Meik Bruns: „Der Schutz von Lehrerinnen und Lehrern ist keine Option, sondern staatliche Pflicht. Wer gute Bildung will, muss für sichere Schulen sorgen.“

Die aktuellen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik zur Gewalt gegen Lehrkräfte zeigen einen besorgniserregenden bundesweiten Trend – und Nordrhein-Westfalen steht dabei in besonderer Verantwortung als größtes Bundesland mit dem dichtesten Schulsystem.

Im Jahr 2024 wurden laut Medienberichten bundesweit 1.283 Fälle vorsätzlicher Körperverletzung gegen Lehrkräfte registriert, ein drastischer Anstieg gegenüber 717 Fällen im Jahr 2015. Auch schwere Gewaltkriminalität ist mit 557 Fällen auf einem Höchststand. Für den NRWL ist klar: Diese Entwicklung macht auch vor NRW nicht halt.

Meik Bruns, der Präsident des nordrhein-westfälischen Lehrerverbandes (NRWL), erklärt dazu: „Was wir bundesweit sehen, spüren wir längst in unseren Schulen in Nordrhein-Westfalen. Gewalt, Respektlosigkeit und Überforderung im Umgang mit Verrohung nehmen zu – und viele Lehrkräfte fühlen sich allein gelassen.“

Gerade Vorfälle wie Angriffe wegen durchgesetzter Schulregeln oder Eskalationen an einzelnen Brennpunktschulen zeigen, dass Handlungsbedarf besteht. Schulen in NRW müssten wieder sichere Orte für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler werden.

Forderungen des NRWL für Nordrhein-Westfalen

Mehr Ressourcen für Krisenprävention Landesweites Schutzkonzept für Schulen braucht mehr Ressourcen für Krisenprävention. Das bedeutet mehr Schulsozialarbeit und mehr multiprofessionelle Teams zur Unterstützung der Lehrkräfte, um Konflikte frühzeitig zu entschärfen.

Konsequente Sanktionen bei Gewalt Die Schulen benötigen noch mehr Rückendeckung für Lehrkräfte und Schulleitungen. Im Fall der Fälle benötigen sie volle Unterstützung von Schulleitungen bzw. Schulaufsicht und dem Schulministerium – insbesondere bei Ordnungsmaßnahmen. Das neue Schulrechtsänderungsgesetz ist dazu ein erster Schritt, der konsequent auf allen Ebenen der Schuladministration gestützt werden muss.

Sofortprogramm für belastete Schulen Schulen mit gehäuften Gewaltvorfällen müssen gezielt unterstützt werden – mit zusätzlichem pädagogischen und nichtpädagogischen Personal, Schulsozialarbeit und im Bedarfsfall mit weiterer externer Unterstützung, wie mehr Notfallseelsorge und ggf. Polizeipräsenz.

Meik Bruns betont abschließend: „Nordrhein-Westfalen darf nicht warten, bis sich Zustände wie an einzelnen bekannten Brennpunktschulen flächendeckend ausbreiten. Der Schutz von Lehrkräften ist keine Option, sondern staatliche Pflicht. Wer gute Bildung will, muss für sichere Schulen sorgen.“

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